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Barkeeper des Monats – Joey Timmann

Joey Timmann ist seit 3 Jahren als Barkeeper in der Cinchona Bar in Zürich tätig. Zwischenzeitlich hat er sich einmal eine einjährige Pause gegönnt und war in dieser Zeit Barchef in der Baltho Bar.

Wer bist du?

Hamburger Junge, 29 Jahre alt. Liebe das Wasser mehr als die Berge. Ein kühles Bier ziehe ich einem Drink immer vor und wenn ich nicht hinter der Bar stehe findet man mich auf meinem Boot oder am heimischen Herd.

Wie lange arbeitest du schon als Barkeeper?

Puh, ich glaube, ich gehe momentan in mein 11. Jahr.

Dein Lieblingsdrink?

Kommt auf die Jahreszeit drauf an. Im Sommer kann einen guten Horses Neck nichts toppen und im Winter ersetze ich dann einfach das Ginger Ale durch italienischen Vermouth und geniesse wahnsinnig gerne 1-3 gute Manhattans.

Welchen Drink bereitest du am liebsten zu? Welchen am wenigsten?

Milkpunches!!! Einfach eine tolle Technik aus trüben Drinks, durch die Milchklärung, klare und runde Geschmacksbomben zu kreieren. Dies dauert zwar leider eine Weile ist aber jeden Aufwand wert.

Welchen Drink ich gar nicht gerne zubereite ist schwer zu sagen.. ich glaube da gibt es keinen, jeder soll das trinken was ihm schmeckt.. Ich bin aus der Zeit raus wo man sich selbst noch als Mixologe beschrieben hat und jeden Gast verpönt hat der eine Pina Colada bestellt hat. So lange ich entscheiden darf, dass wir da keine Sahne reinmachen bin ich vollkommen fein damit. 😉

Deine Lieblingsbar (national und international)

Ich liebe die Tales Bar in Zürich, man sieht mich nicht wahnsinnig oft auf Bartouren da ich meist mit dem Auto zur Arbeit komme. Aber wenn ich es mal schaffe liebe ich es auf 1-2 eiskalte Tegernseer bei Michel und Wolfang vorbeizuschauen. Weltweit hat mich bislang die Oriole in London am meisten begeistert. Einfach ein Meisterwerk!

Was sind derzeit die grössten Trends in der Cocktail-Welt?

Ich denke der grösste Trend der seit ein paar Jahren stetig wächst ist der Purismus im Glas.. keine Kristallschliffe mehr, ein grosser klarer Eisblock, eine geklärte oder redestillierte Flüssigkeit und das wars. Viel mehr Drinks kommen heutzutage ohne Garnitur aus.

Spirituosentechnisch denke ich, dass sich der Trend weiter und weiter auf das Regionale verstärken wird. Alle reden immer von Mezcal aber dies wird schon aufgrund der Tatsache nichts, dass Mezcal einfach fast keinem unserer Gäste schmeckt. Ich denke es wird eher in Richtung regionale Obstbrände und Aperitife gehen.

Was macht einen guten Cocktail aus?

Balance, nichts geht über Balance.

Was macht einen guten Barkeeper aus?

Ich denke, dass verhält sich wie in einer guten Beziehung. Man muss geduldig sein, sich auch mal zurück nehmen können und anderen gerne eine Freude bereiten. Alles andere kommt mit der Zeit, Fachwissen kann sich jeder aneignen aber das gewisse Etwas und einen funken Humor muss man mit sich bringen. Und ich glaube gerade am Anfang darf man sich selber einfach nicht zu ernst nehmen.

Was war das Verrückteste, das jemand bei dir bestellt hat?

Vor entlichen Jahren wollten ein paar junge spanische Gäste einen ‘’Shaker ‘’ haben, welches in Ihrer Trinkkultur bedeutet man bereitet 2-3 Drinks in einem Shaker zu und reicht Ihnen diesen mit ein paar Shotgläsern zum selbst einschenken. Da ich davon noch nie etwas gehört hatte, mein spanischer Wortschatz sich auf Cerveza und Jamón beschränkt und sie kein Wort Englisch oder Deutsch sprachen dauerte diese Konversation gefühlte 30 Minuten. Am Ende waren allerdings alle happy und wir sind mit Händen und Füssen zu einem Ergebnis gekommen. Man lernt halt nie aus.

Kannst du uns das Rezept für einen ausgezeichneten Sommerdrink geben?

Ich mag es halt gerne simpel, wie wäre es also mit einem Quinquina Tonic?  Quinquina ist ein Fortified Wine zu vergleichen mit einem Vermouth. Jedoch erhält Quinquina seine Bitterkeit nicht vom Wermutkraut sondern von der Cinchona Bark. Hier empfiehlt sich zum Beispiel der Cap Corse Blanc aus dem Hause Mattei. 50 ml Quinquina auf ordentlich Eis in ein Highball glas, gutes kaltes Tonic Water drauf und wenn grad zur Hand noch eine Zitronenzeste rein. Cheers.

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